In den letzten Jahrzehnten hat sich die Artenvielfalt im Lebensraum Wattenmeer verändert:
Jährlich werden 2-3 neue Tier- und Pflanzenarten aus anderen Gebieten der Erde entdeckt, die im Wattenmeer heimisch geworden sind. Die angesiedelten Arten werden invasive Arten oder auch Neobiota genannt.
Angeheftet an Handelsschiffen finden viele Meerestiere besonders aus weit entfernten Regionen den Weg in die Nordsee. Sind die Lebensbedingungen ihres Herkunftsmeeres ähnlich denen in der Nordsee, können sie sich ansiedeln. Die steigende Wassertemperatur der Nordsee, auf Grund der Klimaerwärmung, führt die Tiere und Pflanzen auch auf natürlichem Weg in die Nordsee. Sie breiten sich mit Hilfe von Meeresströmungen im Flachwasser aus.
Beispiele invasiver Arten sind die Japanische Felsenkrabbe , die erstmals 2008 im Wattenmeer entdeckt wurde, und die Pazifische Auster. Das Foto zeigt die Ausbreitung der Pazifischen Auster im Nassauhafen, ca. 500 m vom Aquarium Wilhelmshaven entfernt.
Die Auswirkungen einer invasiven Art können unterschiedlich ausfallen: So können sich einige Tier- und Pflanzenarten perfekt in einer Nische ihrer neuen Heimat einfügen, ohne heimische Arten zu gefährden, während andere Arten verheerenden Schaden anrichten können:
Die Japanische Felsenkrabbe frisst bis zu 80% junger Strandkrabben und verdrängt somit eine heimische Art aus dem Lebensraum Nordsee.
Pazifische Austern benötigen einen harten Untergrund, an dem sie sich haften können. Da der Boden des Wattenmeeres jedoch sandig ist, siedeln sich die Austern an bestehende Miesmuschelbänke. Um nicht von den Austern verdrängt zu werden, passten sich die Miesmuscheln an die veränderten Lebensbedingungen an: Sie werden nun im Durchschnitt kleiner, finden so aber zwischen der Pazifischen Auster einen Lebensraum, der sie vor Fressfeinden schützt.